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Bulletin 1/2020

Über Kreuz verflochten

Umbau der Maisons Duc in St-Maurice VS von Gay Menzel architectes

Nach langen Jahren des Leerstands und Zerfalls wurde eine historische Häusergruppe im Städtchen St-Maurice (VS) von Gay Menzel architectes im Auftrag der Gemeinde umfassend instand gesetzt und erneuert. Wesentliche Teile mussten dabei neu erstellt werden, doch neue und alte Elemente sind so eng verwoben, dass ein zusammenhängendes Ganzes entsteht, in dem sich Neu und Alt gegenseitig beeinflussen. Die neue Betonfassade an der Rue des Petites-Fontaines verzahnt sich mit dem Bestand, ihre hoch liegenden Fenster erinnern wie die hohe Bogenöffnung an traditionelle Stadthäuser. Im Inneren stossen sorgsam restaurierte Raumfolgen mit doppelgeschossigen Räumen zusammen, welche die Struktur durchbrechen und trotzdem Altes mit Neuem verbinden. Als Spolien finden historische Bauteile in allen Teilen des Hauses wieder ihren Platz.

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Verdichtung als Metamorphose des Vorgefundenen

Über die Notwendigkeit baulicher Verdichtung von Städten und die Bedeutung von Dichte für das sogenannt Urbane besteht mittlerweile Einigkeit. Doch wie definiert sich eine solche Dichte? Städtebauliche Qualitäten lassen sich nicht nur an einem Mehr an baulicher Substanz festmachen, es muss vielmehr um eine Auffassung von Dichte gehen, die sich durch qualitative Eigenschaften auszeichnet. Es gibt damit keine richtige Dichte. Sie wird zu einer relativen Bezugsgrösse, die ihren Wert aus dem jeweiligen Kontext einer Kultur, einer Stadt und letztlich dem Quartier bezieht und damit andere Kriterien erhält.

Es ist deshalb nicht zielführend, ein bestimmtes Dichtemass zu verordnen, sondern die richtige Dichte gewissermassen zu entdecken. Ein solches Entwurfsverfahren kann sowohl vom vorgefundenen Ort als auch einem imaginierten, idealisierten Kontext ausgehen – in jedem Fall geht es um eine Transformation, um ein Überführen oder Freilegen einer spezifischen, städtischen Qualität mit Architektur.

Diese Herangehensweise prägt viele unserer Projekte, so auch das Wohnhaus Avellana, das wir in der Kernzone von Zürich-Schwamendingen auf einem unbebauten Gartengrundstück in zweiter Reihe realisiert haben. Als Hof- oder Gartengebäude ordnet es sich typologisch den repräsentativen Bauten unter und nimmt in seinem Ausdruck auf ländliche, gartennahe Wohnformen sowie informelle Gebäudestrukturen Bezug. Diese Verdichtung nach innen hatte keine maximale bauliche Dichte zum Ziel, sondern das Entwickeln einer Vorstellung, welche die spezifischen Merkmale der vorgefundenen Situation in eine ebenso spezifische Architektur überführt.

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Fribourg - Développement urbain durable Chamblioux-Bertigny

Préparer aujourd'hui le coeur du centre cantonal de demain

Das Projekt zur Überdachung der Autobahn im Sektor Chamblioux-Bertigny westlich der Stadt Freiburg hat sich mit der Übernahme der Projektleitung durch den Kanton konkretisiert. Überzeugt von den Vorzügen dieser Autobahnüberdachung stimmte der Grossrat von Freiburg 2019 einem grossen Studienkredit zu. Daraufhin wurde innerhalb der Raumplanungs-, Umwelt und Baudirektion ein Team gebildet, das die Aufgabe hat, einen Planungsprozess aufzugleisen, der die kontinuierliche Entwicklung eines etwa 80 Hektar grossen Gebiets im Herzen des Ballungsraums ermöglicht. Hier sollen bis 2050–2060 zwanzig- bis dreissigtausend Bewohnerinnen und Bewohner sowie Beschäftigte Platz finden. Das Ziel ist die Realisierung eines neuen Zentrums von städtischem, durchmischtem, dichtem und lebendigem Charakter.

Die erste Etappe dieses Prozesses wurde eben abgeschlossen mit der Präsentation der Projekte von sieben internationalen Teams. Diese Teams aus Stadtplanern, Landschaftsgestaltern sowie Umwelt- und Mobilitätsingenieuren wurden beauftragt, ein Leitbild und eine Entwicklungsstrategie für das gesamte grosse Gebiet zu entwickeln. Aus diesen Vorschlägen soll nun ein Planungsinstrument entwickelt werden, das flexibel und belastbar genug ist, um einen Rahmen zu schaffen für eine nachhaltige Entwicklung des Areals in den kommenden Jahrzehnten. Bis Ende dieses Jahres wird der Kanton ein Projekt für das Masterkonzept entwickeln. Die dynamische Zähringerstadt Freiburg soll damit als Zentrum der Achse Zürich – Genf positioniert werden.

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Conjuguer la ville au futur antérieur

Bauprojekte innerhalb des Siedlungsgebietes fördern fast immer archäologische Spuren zu Tage, die ganze Teile der Stadtgeschichte aufdecken. Es kann sich dabei um Gegenstände handeln, um archäologische Strukturen oder um Resten von Architektur. Sollen sie dem Publikum dauerhaft zugänglich gemacht werden – gerade in Anbetracht der bestehenden Herausforderungen der Stadtentwicklung sowie der aufzubringenden Kosten für die Inwertsetzung, Konservierung und den Unterhalt? Und falls ja, wie sollen diese Überreste ins Siedlungsgeflecht eingebunden und für jedermann lesbar und verständlich gemacht werden?

Der Beitrag zeigt Beispiele für die Inwertsetzung solcher Zeugen der Stadtgeschichte. Dabei werden unterschiedliche Lösungen vorgestellt, wie das Aufzeichnen von Fundamenten im Boden, die Einrichtung von historischen Parks oder Promenaden, die Schaffung Musealer Orte wie auch archäologische Fenster, in Ergänzung zu den traditionellen Museen.

Damit solche Projekte Erfolg und damit auch Bestand haben können, ist es wichtig, dass sie im Zusammenspiel von Bewohnern, Politik und Fachleuten des Kulturerbes entwickelt werden. Die Inwertsetzung archäologischer Überreste ist, bei allen damit verbundenen Kosten, nichts weniger als Fundamental. Sie dient nicht nur dem Gedächtnis eines Ortes, sie gibt ihm auch eine unverwechselbare Identität und macht ihn attraktiv sowohl für seine Einwohner, als auch für Besuchende.

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ISOS und Weiterbauen

Das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung ISOS leistet entgegen gegenteiligen Behauptungen einen wesentlichen Beitrag zu einer qualitätsvollen Innenentwicklung unserer Siedlungen. Es entstand ab den frühen 1970er-Jahren auf der Basis des Bundesgesetzes über den Natur- und Heimatschutz und war eine Reaktion auf die damals grassierende Zerstörung von Landschaft und wertvollem Bauerbe.

Heute umfasst das Inventar die wertvollsten 1274 von insgesamt 6000 in der ganzen Schweiz untersuchten Ortsbildern. Das ISOS wirkt nicht nur bewahrend, sondern bietet darüber hinaus eine Analyse der Siedlungen, die im Hinblick auf deren Weiterentwicklung als Entscheidungsgrundlage dienen soll. Es begreift Siedlungen als dynamische Gebilde, die sich fortlaufend weiterentwickeln und identifiziert, beschreibt und würdigt deshalb sämtliche Zeitschichten einer Siedlung gleichrangig, wobei nicht bebaute Bereiche ebenso Teil der Ortsbildanalysen sind wie die bebauten. Dies bringt mit sich, dass das Inventar nicht nur Ortskerne erfasst, sondern bis in die äusserste Peripherie der Siedlungen vordringt. Das fein austarierte Analyse-System vermag die komplexesten Siedlungsstrukturen adäquat abzubilden. Deshalb sollten Planerinnen und Architekten die ISOS-Aufnahmen zu Beginn eines jeden Projekts konsultieren.

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