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Bulletin 2/2019

Von der Fläche zum Ort

Transformation vierdimensional denken

Wollen wir nachhaltige Bebauungsstrukturen, benötigen wir resiliente Städte und Quartiere, die für Transformation in der gegenwärtigen Zeit des Strukturwandels gewappnet sind. Damit trotz Transformation eine Kontinuität entsteht, ist der Erhalt von Vorhandenem, beispielsweise der ansässigen Nachbarschaft und Bauten der Identifikation, von Bedeutung. Neubauquartiere stehen vor der grossen Herausforderung, neue Ankerpunkte zu schaffen, die auf keinen Bestand zurückgreifen können. Bereits in der Anlage neuer Quartiere ist deshalb eine vierte Dimension (neben den drei Dimensionen von Linie, Fläche und Volumen) – der Mensch – in die Planung einzubeziehen.

Die Bedürfnisse der Nutzerinnen und Bewohner werden sich verändern. Haben sie die Möglichkeit, ihre gebaute Umwelt mitzugestalten und ihr Quartier zu transformieren, steigt die Identifikation. Wer mit diesem Gedanken im Hinterkopf plant und bereits die Möglichkeiten zu Umnutzung, Um- und Weiterbau schafft, baut ein Quartier mit dem Potenzial zu Identifikation, Lebendigkeit und Nachhaltigkeit.

Das Kompetenzzentrum Typologie & Planung in Architektur (CCTP) der Hochschule Luzern Technik & Architektur forscht in verschiedenen Projekten zu diesem und anderen Themen.

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Partizipation und ihr Mehrwert für die Nachhaltigkeit

Partizipation gilt für eine sozial nachhaltig geprägte Gemeinde-, Stadt- und Regionalentwicklung als unverzichtbar. Freiwillige, informelle Partizipationsverfahren sind in der Gemeinde- und Stadtentwicklung häufig in Veränderungsprojekte eingebettet. Dabei dienen sie ganz unterschiedlichen Zielen, etwa um die Anliegen und Bedürfnisse derjenigen besser zu berücksichtigen, die von Veränderungen betroffen sind oder um Identifikation und Verantwortungsbereitschaft zu fördern. Sie werden durchgeführt, um eine bessere Qualität und stärkere Nachhaltigkeit der Ergebnisse zu erzielen oder die politische Akzeptanz bei geplanten Veränderungen zu erhöhen.

Seit der Revision des Eidgenössischen Raumplanungsgesetzes (RPG) und der darin enthaltenen Strategie der Siedlungsentwicklung nach innen haben partizipatorische Verfahren höheren Stellenwert in der Planung. Während in der Vergangenheit vor allem technische Fragestellungen dominierten, treten heute Dialog, Aushandlung, Kooperation und Kommunikation in den Vordergrund. Damit bietet sich die Chance, Ziele und Qualitäten mit den Nutzerinnen und Nutzern gemeinsam zu diskutieren und tragfähige nachhaltige Lösungen zu entwickeln.

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Weltkulturerbe, nachhaltige Entwicklung und Touirismus – die Quadratur des Kreises

In einer sich immer rascher wandelnden Welt besitzen die Zeugen der Vergangenheit eine besondere Anziehungskraft. Zu den Faktoren, die sie bedrohen, gehört auch der Massentourismus. Ist ein harmonisches Miteinander von Kulturerbe und Tourismus überhaupt vorstellbar?

Unter der Schirmherrschaft der Unesco entstand die Welterbe-Konvention (1972), die die wichtigsten Kultur- und Naturerbestätten schützen soll. Touristische Überlegungen flossen von Anfang an mit ein. So wird anerkannt, dass die touristische Inwertsetzung zum Schutz dieser Stätten beitragen kann. Gleichzeitig ist die Aufnahme in die Welterbe-Liste ein Vermarktungsargument und wirkt als starker Magnet für Menschenmassen.

Die Unesco hat mit den Kategorien der Kulturlandschaft und des immateriellen Kulkturerbes neue Felder erschlossen, die ebenfalls touristisches Interesse wecken. So verlagert sich das Interesse allmählich vom Kulturerbe-Objekt an sich zu seiner Verflechtung mit seinem materiellen und gesellschaftlichen Kontext. Zu rein ästhetischen treten ethische Überlegungen. Diese erfreuliche Entwicklung wird indes zunichte gemacht durch das Aufkommen des Overtourism. Die Anzahl der Welterbestätten, die unter der Zahl der Touristen leidet, nimmt zu.

Wie sind Kulturgüter-Erhaltung und touristische Nutzung zu vereinen? Die Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 zeigen Lösungswege auf. Zentral dabei ist die Partizipation der Bevölkerung. Sie sollte vermehrt mitbestimmen können, wenn es darum geht, unser «Kulturerbe» auszuhandeln. Es braucht gleichzeitig eine touristische Planung mit globalem Horizont. Und schliesslich braucht es einen sparsameren, massvolleren Tourismus – zum Nutzen aller.

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Solarstrom produzieren auf fremden Dächern

Die Vorteile partizipativer Modelle aus denkmalpflegerischer Perspektive

Solarenergie ist die Energieform mit dem grössten ungenutzten Potenzial zur Stromerzeugung in der Schweiz. Bei ihrem zunehmenden Ausbau gibt es hin und wieder Konflikte mit denkmalpflegerischen Richtlinien und Interessen. Partizipative Modelle können Konflikte reduzieren, weil sich die Bevölkerung mit ihnen einfach an Solarenergieprojekten auf grossen, Dachflächen beteiligten kann, ohne auf den eigenen, womöglich schützenswerten Dächern bauen zu müssen. Die Firma Solarify hat ein Beispiel für ein solches Modell entwickelt. Dabei kaufen Private Solarmodule, die durch die Firma auf einem gemieteten Dach installiert werden. Der Dacheigentümer kann Solarstrom nutzen, ohne Eigeninvestitionen tätigen zu müssen und die Käuferinnen und Käufer erhalten regelmässig einen Ertrag ausbezahlt. Auf diese Weise lassen sich grössere und damit wirtschaftlichere Solaranlagen realisieren. Die kleinflächigen Dachlandschaften historischer Ortsbilder bleiben dafür erhalten.

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