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NIKE-Bulletin 1/2023

Reparieren und Wiederverwenden

Als die Europäischen Tage des Denkmals in der Schweiz zum ersten Mal stattfanden, kam man über die Zeitung und eine Broschüre im Briefkasten an die Infos zu den Veranstaltungen. 1994 wusste noch kaum jemand, wozu Webseiten gut sind. Damals wie heute verantwortet die NIKE die nationale Koordination, gewandelt haben sich die gesellschaftlichen und die kulturerbepolitischen Herausforderungen.
Gewandelt haben sich auch die Denkmaltage, die in diesem Jahr zum dreissigsten Mal in der Schweiz stattfinden: Rechtzeitig zum Jubiläum am 9. und 10. September 2023 erscheint die nationale Kampagne digitaler, dialogorientierter und in frischem Glanz: Während ein neues Erscheinungsbild die breite Wiedererkennung in allen Kantonen sicherstellt, ermöglicht eine moderne Onlineplattform unter dem Label «Kulturerbe entdecken», das Publikum direkter zu erreichen – und hoffentlich viele zukünftige Denkmaltagefans zu gewinnen.
Wie es gelingt, den alten Glanz des Kulturerbes zu erhalten und dabei sorgsam mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen, steht im Fokus der diesjährigen Ausgabe unter dem Motto «Reparieren und Wiederverwenden»: reparieren statt wegwerfen, wiederverwenden statt vernichten, umnutzen statt zerstören.
Die ETH-Professorin Silke Langenberg streicht in ihrem Plädoyer für das Reparieren in diesem NIKE-Bulletin die Vorbildrolle der Denkmalpflege hervor. Sich beim Alten zu bedienen, um Neues zu schaffen, ist kein Phänomen der heutigen Zeit. Das zeigt der Artikel von Philippe Baeriswyl zur Wiederverwendung römischer Bausteine aus Avenches. Von einem aktuellen Beispiel handelt das Interview zur aussergewöhnlichen, aber mustergültigen Sanierung eines denkmalgeschützten Hauses mit Bauteilen von Secondhand-Marktplätzen.
Diesem Vorgeschmack auf die Denkmaltage folgt im Juni das Veranstaltungsprogramm unter der neuen Adresse kulturerbe-entdecken.ch. Wir freuen uns schon jetzt darauf!
Maria Christoffel, Kampagnenleiterin Europäische Tage des Denkmals


Verantwortung übernehmen

Ein Plädoyer für das Reparieren

Die Denkmalpflege macht es vor: Die Weiterverwendung von Bauten und Objekten schont Ressourcen. Doch ausserhalb des geschützten Bestandes sind Abriss und Ersatz an der Tagesordnung. Es braucht ein Umdenken und starke Bündnisse. Entscheidend ist nicht nur der Wille zur Reparatur, sondern auch die Reparaturfähigkeit der Dinge. 

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Die Wiederverwendung antiker Baumaterialien

Zum Bauen nutzte der Mensch meist Rohstoffe aus der näheren Umgebung – aus praktischen Gründen, aus Kostengründen und auch, um Energie zu sparen. Für die Erbauer der Römerstadt Aventicum war dies naheliegend. Wie sah es für ihre Nachfolger aus, als die gleichen Rohstoffe nicht mehr aus einem Steinbruch stammten, sondern aus verlassenen Gebäuden und Monumenten? Wurden antike Baumaterialien aus Opportunismus oder aus Notwendigkeit wiederverwendet? Sicherlich ein wenig von beidem gleichzeitig, wobei in manchen Fällen noch ein Hauch von kultureller Aneignung oder zumindest das Bedürfnis nach Legitimation und Assoziation mit der prestigeträchtigen römischen Vergangenheit von Avenches hinzukommt. [...] 

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Materialien wiederverwenden, aber nicht veredeln

Sanierung der Sägemühle Walzenhausen in Appenzell Ausserrhoden

Eine ehemalige Säge in Walzenhausen, die auch einmal Bäckerei und Gasthof war, hat der Eigentümer mit Secondhand-Materialien saniert. Denkmalpflegerin Vreni Härdi und Bauherr Timothée Lelaurain im Gespräch über einen aussergewöhnlichen Fall von Re-use. 

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