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NIKE-Bulletin 6/2013

Comme d'habitude

Gleich und doch anders

Gemeinsame Vorstellungen benötigen eine Basis: Erzählungen, Praktiken etc., auf denen das Spezifische einer jeden Gesellschaft gründet. Einer dieser Grundzüge im Fall der Schweiz ist die «Präzision», die bei der Uhrenindustrie, dem Eisenbahnnetz oder der Pünktlichkeit mit der Nation assoziiert wird. Es handelt sich hier nicht bloss um einen Mythos. Eine sorgfältige Analyse zeigt jedoch auch, dass die Schweiz nicht darauf beschränkt werden darf. Zum einen weil zahlreiche weitere Arten des Tuns und Seins sie ebenso charakterisieren und zum andern, weil andere Gesellschaften über dieselben Kompetenzen in «Präzision» verfügen. Der nationale Wesenszug der Präzision wird vor allem da verwendet, wo die Schweiz sich selbst darstellt. Dieses Spiel mit Stereotypen und Vereinfachungen macht vor allem deutlich, dass «Identität» etwas relatives ist.

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Kulturgut und Identität

Eine institutionalisierte Kulturgüterpflege gibt es seit über einem Jahrhundert. Das Wertvolle soll geschützt werden, weil es wertvoll ist. Dieser Wert ergibt sich zum Teil aus dem Alter, aus dem inneren historischen Wert der Kulturgüter. Zusätzlich kann man die identitätsstiftende Funktion der Kulturgüter hervorheben. Zurückhaltender dürfte man indes mit der Zuschreibung des Nationalen geworden sein. Die Objekte sind in der Regel nicht per se schweizerisch, sie sind «nur» darum schweizerisch, weil es sie hier gibt, sie uns als Erbe überlassen sind.

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Identität und Baudenkmal

Eine Gesellschaft identifiziert sich mit ihrer Geschichte. Sie erkennt und interpretiert bauliche Strukturen, die von dieser Geschichte zeugen, als Denkmäler, und schützt sie. Nur wenigen Denkmälern in unserem Land kommt der Rang eines nationalen Erinnerungsortes zu. Dennoch existieren sehr viele Denkmäler, die für eine stattliche Zahl von Menschen mit persönlicher oder kollektiver Erinnerung und Bedeutung behaftet sind.

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Pfahlbauer – die ersten Schweizer?

Nach der Gründung des Bundesstaats 1848 suchte die Schweiz nach einer konsensfähigen, identitätsstiftenden Nationalgeschichte. Da kamen die Entdeckungen der Pfahlbauten im Winter 1854 gerade rechtzeitig. Diese Siedlungsreste aus der Jungstein- und Bronzezeit (ca. 4300–800 v.Chr.) fanden sich nämlich sowohl in der West- als auch in der Ostschweiz, in katholischen wie protestantischen Gebieten und im ländlichen wie städtischen Umfeld. Die «Protohelvetier» lebten als geschlossene, egalitäre, fleissige, friedfertige Gesellschaft und betrieben Landwirtschaft, Handwerk sowie Handel – eine passende Metapher des Schweizer Sonderfalls. Die Pfahlbauarchäologie in der Schweiz war in ihren Anfängen Teil eines identitätsstiftenden, nationalen Geschichtsverständnisses. Das Bild der Pfahlbauten ist ein typisches Beispiel, wie sich eine archäologische Lehrmeinung, abhängig von Forschungsstand, Zeitgeist und Politik, im Verlaufe der Zeit veränderte.

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Landschaft ist Kultur

Betrachtungen zur Wahrnehmung und Nichtwahrnehmung der Landschaft und ihrer Werte

Landschaft besteht einesteils aus einem vorgegebenen natur- und kulturräumlich geprägten «objektiven» Raum. Zum anderen Teil konstituiert sie sich aus einem subjektiven Amalgam aus frühen Empfindungen und Eindrücken. Diese subjektive Seite hat auch einen kollektiven Anteil: Wir verbinden unsere Vorstellung von Landschaft mit einem aus unserer Kultur und Bildung übernommenen Vorrat an Bildern. So entsteht eine Beziehung zu einem Raum und einem Gemeinwesen, dem man sich zugehörig fühlt. Die so entstehende Qualität der Landschaft ist gleichbedeutend mit dem Wort Heimat.

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Die Schweiz ausstellen

Die Beiträge auf den Weltausstellungen

Weltausstellungen waren im 19. Jahrhundert Orte der Belehrung, der Wirtschaftsförderung und der Unterhaltung, aber vor allem Schauplätze des Länderwettstreits. Die Eidgenossenschaft präsentierte, seit der ersten Ausstellung in London 1851, ihre technischen Errungenschaften und das neueste Kunsthandwerk in eigenen Abteilungen oder Pavillons. Nationale Elemente tauchten auf mehreren Ebenen auf: Sie manifestierten sich in den Landschafts- und Historienbildern der Kunstabteilungen, den Panoramen sowie den Chalets. Letztere zeigten eine Mischung aus verschiedenen regionalen Elementen, die später charakteristisch für das ganze Land werden und sich zu einer Nationalarchitektur entwickeln sollte.

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