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Ein Denkmal, von dem niemand weiss?

Die heute geläufigen Denkmaltheorien benutzen drei Denkmodelle, um die Bedeutung von Denkmälern zu beschreiben: Zunächst ist das Konzept der kollektiven Erinnerung zu nennen, dann dasjenige der historischen Zeugenschaft und schliesslich die Metapher des kulturellen Erbes. Die Vorstellung der historischen Zeugenschaft ist die, dass ein Denkmal Zeugnis von sozialen Umständen, Bautechniken, ästhetischen Vorlieben usw. aus vergangener Zeit ablegt. Bei der Beurteilung eines Denkmals unter diesem Gesichtspunkt, wie auch beim Begriff des kollektiven Gedächtnisses, kann es problematisch sein, dass die beiden Gesichtspunkte eine entsprechende Vorbildung verlangen und also nicht allgemein und unmittelbar verständlich sondern nur den entsprechend Interessierten zugänglich sind.

Der Begriff des Kulturellen Erbes hat gegenüber den vorgenannten grosse Vorzüge. Einer liegt darin, dass wir alle unabhängig unserer Bildung und Interessen gemeinsam als Erben eingesetzt sind. Auch wird die Art des Umgangs mit dem Erbgut nicht vorbestimmt.

Der Berliner Architekt Karl Friedrich Schinkel verstand historische Bauwerke als wesentlich dafür verantwortlich, dass wir uns an einem Ort heimisch und vertraut fühlen können. Er fasste Denkmäler als eine wichtige Bereicherung unseres Lebensumfeldes auf. Auf das Thema der Denkmalsbegründungen bezogen, heisst das: Wir schützen und erhalten historische Bauten, weil sie unseren Lebensraum bereichern und uns diesen als heimisch und vertraut erleben lassen. Und was ist ein Denkmal, von dem niemand weiss? Es ist das Versprechen, dass es verborgene oder nicht erkannte Objekte gibt, die es als Denkmal noch zu entdecken gilt.

Bild: Wikipedia

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