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Auf dem Boden: Zementfliesen und Terrazzo in Mietshäusern um 1900

In den meisten Mietshäusern, die um 1900 erbaut wurden, sind im Eingangs-, Küchen- und Badbereich sorgfältig gestaltete Kunststeinfussböden vorzufinden. Die Palette reicht von aufwändig gestalteten und künstlerisch qualitätvollen Terrazzomosaikbelägen oder Zementfliesen mit geometrischer oder floraler Musterung bis zu einfachen gegossenen Zementfussböden. Ihnen gemeinsam war die Idee, mit einfachen und günstigen Materialien belebte und kostbare Teppiche nachzuahmen.

Die Terrazzoböden setzten sich aus Portlandzement und willkürlich gebrochenen Natursteinen wie Kalkstein, Marmor, Serpentin, Granit etc. zusammen, die staubfrei, reinfarbig, unverwittert, fest, schleif- und polierfähig sein mussten. Glas, Perlmutt und Keramik erweiterten die begrenzte Farbpalette der Steine. Zierelemente wie Mosaike, Friese und Ornamente wurden vorab in der Werkstatt auf einer Leinwand oder festem Papier zusammengesetzt, mit Zement hintergossen und als Ganzes auf den Untergrund gelegt.

Die Zementfliese wurde Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich entwickelt und von dort über ganz Europa verbreitet. Mit den mehrfarbigen, verzierten Fliesen versuchte man Mosaikböden zu imitieren. Sie wurden daher auch Mosaikplatten genannt. Hergestellt wurden sie mit Hilfe von Formkästen, Metallschablonen, einem Zementgemisch, Farben und hydraulischen Pressen. Zementplatten setzten sich aus einer gröberen Hinterfüllungsschicht ? ein Teil Zement und drei Teile Sand ? und einer Oberschicht ? eine Mischung aus Zement, Farben und feinem Sand ? zusammen.

Bild: Nathalie Wey, Luzern

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