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Archäologie vermitteln

Die kantonale Kulturhoheit in der Schweiz fördert die Konkurrenz zwischen den Kantonen und Kommunen. Sie führte zu einer unglaublichen Vielfalt und einer reichen Museumslandschaft. In welchem Land ist es möglich, dass eine Stadt wie Luzern mit knapp 70 000 Einwohnern zwei Kunstmuseen, zwei Naturmuseen und mehrere Museen mit historischer Ausrichtung aufweist. In den letzten 20 Jahren ist diese Konkurrenz an Grenzen gestossen, was am Beispiel der Archäologiemuseen aufgezeigt werden kann. Auf das ganze Land verteilt, vermitteln zahlreiche Museen frühgeschichtliche Themen und Funde. Es bestehen verschiedene Museumstypen. Die grossen kantonalen Museen in Bern, Basel und in kleinerem Ausmasse in Genf und Lausanne, sowie das Schweizerische Nationalmuseum in Zürich bieten einen Überblick von der Frühgeschichte bis zum Zusammenbruch des Römischen Reiches oder sogar bis ins Frühmittelalter.

 

Trotzdem sind die Ausstellungen von mittlerer Grösse (Ausstellungsfläche von einigen 100 m2) kaum eine Reise wert, ausser für überdurchschnittlich Interessierte. Aus der jeweiligen Sicht der Museen sind die Ausstellungen einzigartig, von aussen betrachtet unterscheiden sie sich aber nur im jeweiligen Fundort, als ob die Bewohner von Seeufersiedlungen oder die Kelten Berner, Basler, Zürcherinnen gewesen wären. Effektiver wäre eine verstärkte Absprache unter den Beteiligten selber. Beruhend auf Freiwilligkeit, könnte sie die Bedürfnisse sowie die Stärken vor Ort stärker miteinbeziehen.

 

Eine Möglichkeit, um der Archäologie grösseres Gewicht zu geben, wäre die Realisierung von grossen Sonderausstellungen, wie sie das Bernische Historische Museum in den letzten Jahren realisiert hat und auch nach dem Direktorenwechsel weiter veranstalten will. Aus der Sicht des Publikums wäre zudem eine Spezialisierung der Museen, oder sogar ein Verzicht auf die Präsentation einzelner Epochen sinnvoll. Damit gewänne die Schweiz einen neuen kulturellen Fokus, der über die Kantons-, aber vor allem über die Landesgrenze hinausstrahlen könnte.

 

 

Bild: Musée d'art et d'histoire Genève, Foto: Jacot Descombes

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