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2012

Frauenfeld

Katholische Stadtkirche St. Nikolaus

© Amt für Denkmalpflege Thurgau

Seit der Reformation und bis 1640 diente die Nikolauskirche beiden Konfessionen. Nachdem die Parität aufgelöst worden war, bauten die Katholiken für ihre Kirche 1646 ein neues Schiff. 1771 zerstörte der erste Stadtbrand auch die Nikolauskirche. Das auf den alten Fundamenten errichtete Gotteshaus musste 1904 dem heutigen Bau weichen. Es wurde am 18. November 1906 geweiht. Voraus gingen eine Konkurrenz zwischen den beiden grossen Kirchenbauern jener Zeit, August Hardegger (1858–1927) und Albert Rimli (1871–1954), sowie der Bau der Stützmauer, die den Platz für die neue Kirche schuf. Rimlis Projekt, das den Barockstil trug, fand nach zeitgenössischen Urteilen Anklang, weil es sich gut ins (barocke) Stadtbild einfüge. Diese lose Anlehnung des Projekts galt dem süddeutschen Barock, der damals gerade von der jungen Kunstwissenschaft entdeckt worden war.
Die Nikolauskirche ist ein auf den Barock anspielender Saal, der, in der liturgischen Tradition stehend, eine gute Sicht von allen Plätzen auf Kanzel und Altäre bietet, aber auch die eigenwillige Modernität des ersten neubarocken Kirchenbaus der Ostschweiz ausdrückt und offensichtlich die Handschrift Rimlis trägt: Aussen spielt er materialgerecht mit Steinen verschiedenster Herkunft, im Innern fügt er die Teile eigenwillig zusammen und dekoriert sie zeitkonform mit Jugendstilelementen, wie die Stukkaturen deutlich machen.

Die letzte umfassende Restaurierung der Kirche fand in den Jahren 1965–1969 statt, das Äussere blieb jedoch unverändert. Doch inzwischen hat der «Zahn der Zeit» der Aussenhülle stark zugesetzt. Umfassende Abklärungen zum Zustand der Natursteinfassaden haben weiter Interessantes zum Gesteinsmaterial sowie dessen Herkunft zu Tage gefördert. So sind in der Architektur der Aussenfassade drei Natursteintypen unterschiedlicher Härte und Herkunft verbaut worden.

Samstag 8.9.
10.30, 13 und 15 Uhr (Dauer ca. 75 Min.)

ÖV: Vom Bahnhof zu Fuss zu erreichen, die Stadtkirche liegt am östlichen Rand der Altstadt

Was: Führungen durch Dr. Christine Bläuer, Konservierungsnaturwissenschaftlerin, Gabriel Müller, dipl. techn. TS, und Tobias Hotz, dipl. Konservator/Restaurator FH

Organisation: Amt für Denkmalpflege Thurgau

Schweizerischer Kunstführer GSK Nr. 246

 

Eröffnungsfeier mit anschliessendem Apéro

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